Eine Hebamme finden und was sie leistet
Geprüft von der Redaktion

- Eine Hebamme begleitet dich durch Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Stillzeit. Sie ist deine feste Ansprechpartnerin für alles rund um diese Zeit.
- Die gesetzliche Krankenkasse zahlt die Hebammenhilfe vollständig. Die Hebamme rechnet direkt mit der Kasse ab, für dich entstehen keine Kosten.
- Such früh, am besten sobald der Test positiv ist. In vielen Regionen sind Hebammen Monate im Voraus ausgebucht.
- Im Wochenbett darf die Hebamme dich in den ersten zehn Tagen täglich besuchen, danach bis zur zwölften Lebenswoche weiter beraten.
- Freie Hebammen findest du über die Hebammenliste der Krankenkassen, über Hebammensuche.de und beim Deutschen Hebammenverband.
Was eine Hebamme leistet
Eine Hebamme ist deine medizinische Begleiterin durch die gesamte Zeit rund um die Geburt, von den ersten Schwangerschaftswochen bis weit ins Wochenbett hinein. Sie beantwortet die vielen Fragen, für die in der Arztpraxis oft die Zeit fehlt, sie erkennt früh, wenn etwas nicht rundläuft, und sie ist eine ruhige Stimme in einer aufregenden Zeit. Anders als die Frauenärztin, die vor allem die medizinische Vorsorge übernimmt, begleitet die Hebamme dich ganzheitlich und kommt zu dir nach Hause.
Ihre Arbeit deckt vier Phasen ab. In der Schwangerschaft berät sie und macht Vorsorge, bei der Geburt kann sie dich begleiten, im Wochenbett kümmert sie sich um dich und das Baby, und in der Stillzeit hilft sie beim Stillen und bei der Beikost. Du musst nicht alle vier Bereiche bei derselben Person haben, aber viele Frauen schätzen es, eine feste Bezugsperson zu haben.
In der Schwangerschaft
Schon in der Schwangerschaft darf eine Hebamme fast alle Vorsorgeuntersuchungen aus dem Mutterpass übernehmen, etwa den Blutdruck messen, den Urin kontrollieren, die Lage des Kindes ertasten und die kindlichen Herztöne abhören. Ausgenommen ist nur der Ultraschall, den macht die Frauenärztin. Du kannst die Vorsorge also aufteilen oder abwechselnd bei Praxis und Hebamme wahrnehmen, ganz wie es dir passt.
Darüber hinaus berät die Hebamme bei allem, was der Körper in dieser Zeit macht: Übelkeit, Rückenschmerzen, Schlafprobleme, Ängste vor der Geburt. Viele Hebammen bieten auch den Geburtsvorbereitungskurs an. Wie du dich sonst noch auf die Geburt vorbereitest und welche Geburtsorte es gibt, steht im Beitrag Geburt vorbereiten. Auch bei einer Risikoschwangerschaft steht dir eine Hebamme zu, gerade dann ist ihre Nähe zwischen den Arztterminen wertvoll.
Bei der Geburt
Wer bei der Geburt an deiner Seite ist, hängt vom Geburtsort ab. In der Klinik betreut dich eine dort angestellte Hebamme aus dem Schichtdienst, die du in der Regel vorher nicht kennst. Wenn du deine vertraute Hebamme bei der Geburt dabeihaben möchtest, brauchst du eine Beleghebamme. Sie hat einen Vertrag mit einer bestimmten Klinik und kommt zur Geburt dazu. In Deutschland finden rund 98 Prozent der Geburten in Kliniken statt, etwa ein Fünftel davon wird von Beleghebammen begleitet.
Für eine Geburt im Geburtshaus oder eine Hausgeburt ist die Hebamme ohnehin die zentrale Person, denn dort leitet sie die Geburt. Bei diesen Wegen fällt oft eine Rufbereitschaftspauschale an, damit die Hebamme rund um die Uhr für dich erreichbar ist. Sie liegt häufig zwischen etwa 400 und 1.500 Euro, wovon die Kasse einen Teil übernimmt. Kläre das früh, damit du weißt, womit du rechnest.
Im Wochenbett und in der Stillzeit
Nach der Geburt beginnt das Wochenbett, und hier zeigt sich der Wert einer Hebamme besonders. Sie kommt zu dir nach Hause, schaut nach der Rückbildung deines Körpers und nach dem Baby, wiegt es, kontrolliert den Nabel und die Gelbsucht und hilft beim Stillen. In den ersten zehn Tagen nach der Geburt darf sie dich täglich besuchen, insgesamt bis zu zwanzig Mal. Danach hast du bis zum Ende der zwölften Lebenswoche Anspruch auf sechzehn weitere Beratungen.
Auch später bleibt sie erreichbar. Beim Abstillen, bei der Einführung der Beikost oder bei Stillproblemen kannst du sie erneut in Anspruch nehmen. Und wenn du dich in den Wochen nach der Geburt anhaltend niedergeschlagen oder überfordert fühlst, ist deine Hebamme oft die Erste, die es merkt. Sie weiß, wohin sie dich vermitteln kann. Woran du eine ernstere Belastung erkennst, steht im Beitrag zur Wochenbettdepression.
Welche Leistungen die Kasse zahlt
Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt die Hebammenhilfe in vollem Umfang, und zwar für die ambulante Hebamme, die Beleghebamme und die begleitende Hebamme. Die Hebamme rechnet ihre Leistungen direkt mit deiner Kasse ab, du musst also nichts vorstrecken und nichts einreichen. Das gilt von der ersten Beratung in der Schwangerschaft bis zur letzten Betreuung in der Stillzeit.
| Leistung | Was die Kasse zahlt |
|---|---|
| Vorsorge und Beratung in der Schwangerschaft | vollständig, direkt abgerechnet |
| Geburtsvorbereitungskurs | 14 Stunden für die werdende Mutter |
| Begleitung der Geburt | vollständig, Rufbereitschaft teilweise bezuschusst |
| Wochenbettbetreuung | bis 20 Besuche in den ersten 10 Tagen, danach 16 weitere Beratungen |
| Still- und Ernährungsberatung | im gesetzlichen Rahmen, auch beim Abstillen und zur Beikost |
Selbst zahlst du nur, was über den gesetzlichen Rahmen hinausgeht. Dazu gehören individuell vereinbarte Wahlleistungen und der Eigenanteil an einer Rufbereitschaftspauschale bei Geburtshaus oder Hausgeburt. Frag deine Hebamme vorab, ob und wofür Kosten anfallen, dann gibt es keine Überraschung. Welche weiteren Leistungen rund um die Geburt die Kasse trägt, steht im Überblick zu den finanziellen Hilfen in der Schwangerschaft.
Wie du eine Hebamme findest
Der wichtigste Rat ist der einfachste: Fang früh an. In vielen Regionen sind Hebammen Monate im Voraus ausgebucht, und je eher du suchst, desto größer ist die Auswahl. Ideal ist es, gleich nach dem positiven Test loszulegen, auch wenn sich das reichlich früh anfühlt. Für die Suche gibt es mehrere verlässliche Wege.
- Die Hebammenliste des GKV-Spitzenverbands zeigt freiberufliche Hebammen in deiner Nähe, sortiert nach Postleitzahl.
- Auf Hebammensuche.de findest du Hebammen mit ihren Leistungen und freien Kapazitäten.
- Der Deutsche Hebammenverband führt regionale Listen und Ansprechstellen.
- Deine Krankenkasse hat oft ein eigenes Suchportal und hilft telefonisch weiter.
- Deine Frauenarztpraxis und andere Mütter aus deinem Umfeld kennen meist Namen aus der Nachbarschaft.
Wenn du trotz früher Suche keine findest, gib nicht auf. Manche Krankenkassen vermitteln aktiv, und es gibt eine bundesweite Vermittlungshilfe für Fälle, in denen die Suche vor Ort erfolglos bleibt. Auch die Klinik, in der du entbinden willst, kann dir für das Wochenbett Kontakte nennen.
Besondere Hebammen für besondere Lagen
Neben der klassischen Begleitung gibt es die Familienhebamme. Sie betreut Familien in belastenden Lebenslagen länger als üblich, oft bis zum ersten Geburtstag des Kindes. Das kann bei einer sehr jungen Mutter sein, bei finanziellen Sorgen, bei einer Erkrankung oder wenn du die erste Zeit allein stemmst. Die Familienhebamme ist kostenlos und wird über die frühen Hilfen der Kommune oder das Gesundheitsamt vermittelt. Wenn du ohne Partner in die Elternschaft startest, findest du weitere Anlaufstellen im Beitrag schwanger und allein.
Auch nach einem schweren Verlust bleibt die Hebamme an deiner Seite. Nach einer Fehlgeburt hast du weiter Anspruch auf ihre Betreuung, für die körperliche Rückbildung und als jemand, der zuhört. Behutsame Begleitung dazu steht im Beitrag nach einer Fehlgeburt.
So findest du deine Hebamme Schritt für Schritt
- Früh starten. Beginn die Suche gleich nach dem positiven Test, weil freie Hebammen schnell vergeben sind.
- Listen nutzen. Such über die Hebammenliste der Kassen, über Hebammensuche.de und beim Deutschen Hebammenverband.
- Bedarf klären. Überleg, was du brauchst: nur Wochenbett, Vorsorge, Geburtsvorbereitung oder eine Beleghebamme für die Geburt.
- Kennenlernen. Ruf an oder vereinbare ein erstes Gespräch, denn das Bauchgefühl zählt bei einer so nahen Begleitung.
- Absprechen und melden. Klärt Leistungen, Erreichbarkeit und mögliche Eigenanteile, und melde dich rechtzeitig verbindlich an.
Wenn du trotz früher und gründlicher Suche keine Hebamme für das Wochenbett findest, wende dich an deine Krankenkasse. Sie ist verpflichtet, dich bei der Suche zu unterstützen, und kennt Vermittlungswege. Auch deine Geburtsklinik und die frühen Hilfen deiner Kommune können weiterhelfen. Du musst die erste Zeit mit dem Baby nicht ohne fachliche Begleitung durchstehen.
Häufige Fragen
Ab wann sollte ich eine Hebamme suchen?
Am besten sofort, sobald der Schwangerschaftstest positiv ist. In vielen Regionen sind Hebammen Monate im Voraus ausgebucht, deshalb ist ein früher Start die beste Voraussetzung, eine passende zu finden. Das gilt besonders, wenn du eine Beleghebamme für die Geburt möchtest.
Was kostet mich eine Hebamme?
Für die gesetzlich versicherte Frau ist die Hebammenhilfe kostenlos. Die Krankenkasse zahlt Vorsorge, Geburtsbegleitung und Wochenbettbetreuung vollständig, und die Hebamme rechnet direkt mit der Kasse ab. Selbst zahlst du nur Wahlleistungen und den Eigenanteil an einer Rufbereitschaftspauschale bei Geburtshaus oder Hausgeburt.
Was ist der Unterschied zwischen einer Beleghebamme und einer Klinikhebamme?
Eine Klinikhebamme ist in der Klinik angestellt und betreut dich bei der Geburt im Schichtdienst, meist ohne dass ihr euch vorher kennt. Eine Beleghebamme ist freiberuflich, hat einen Vertrag mit einer bestimmten Klinik und kommt zu deiner Geburt dazu, sodass eine vertraute Person dabei ist. Für eine Beleghebamme musst du dich früh anmelden.
Wie oft kommt die Hebamme nach der Geburt?
In den ersten zehn Tagen nach der Geburt darf die Hebamme dich täglich besuchen, insgesamt bis zu zwanzig Mal. Danach hast du bis zum Ende der zwölften Lebenswoche Anspruch auf sechzehn weitere Beratungen. Bei Stillproblemen oder zur Beikost kannst du sie auch später erneut in Anspruch nehmen.
Bekomme ich auch bei einer Klinikgeburt eine Hebamme fürs Wochenbett?
Ja. Die Wochenbettbetreuung zu Hause ist unabhängig davon, wo du entbunden hast. Auch nach einer normalen Klinikgeburt oder einer ambulanten Geburt kommt eine freiberufliche Hebamme zu dir nach Hause. Such sie am besten schon in der Schwangerschaft, damit sie nach der Geburt bereitsteht.
Was mache ich, wenn ich keine Hebamme finde?
Wende dich an deine Krankenkasse, sie ist verpflichtet, dich bei der Suche zu unterstützen, und kennt Vermittlungswege. Auch deine Geburtsklinik und die frühen Hilfen deiner Kommune können weiterhelfen. Es gibt zudem bundesweite Vermittlungsstellen für Fälle, in denen die Suche vor Ort nicht klappt.
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